Informationen zum “Ärzteparadies Frankreich”

 Für Kollegen  in Deutschland:  eine Alternative

Für alle: Ideen zu einer Reform des Gesundheitswesens

 Ist etwas wichtiger als Freunde (pps) ?!?  Quoi de plus important que l’amitié (pps) ?!?

Franzosen lassen sich gerne ärztliche Atteste erstellen. Viel häufiger als in Deutschland. Vor allem, weil sie der Staat dazu bringt. Wer irgendeinen Sport betreiben will, ob es nun Fußball, Tischtennis oder Judo ist, muss  ein Certificat médical (Attest) anbringen, dass er diesen Sport betreiben darf. In vielen Sportvereinen lässt man aus juristischen Gründen einen “Neuen” nicht einmal an einer einzigen Übungsstunde teilnehmen, wenn er nicht ein Attest mitbringt - wenn dann nämlich etwas passiert, gehen Trainer und Vorsitzender des Klubs schlimmstenfalls  ins Gefängnis, solche Fälle gab es schon. Und der Verein wird vielleicht  geschlossen. Abgesehen von einer gewissen Entmündigung des Einzelnen durch den Staat schafft  man so eine unnötige Hürde vor der Aufnahme eines Sportes. Sport und Bewegung sind essentiell für körperliche wie geistige Gesundheit. Darum sollte es so leicht wie irgend möglich sein, einen Sport aufzunehmen.

Einen gewissen administrativen Fortschritt gibt es allerdings in diesem Bereich: Seit 2017 muss in dern meisten Sportarten dieses Attest nicht mehr jährlich, sondern nur noch alle 3 Jahre erneuert werden, sofern sich der Gesundheitszustand des Betroffenen nicht geändert hat und er dies in einem Fragebogen schriftlich dokumentiert - ausgenommen sind Sportarten, die mit einem erhöhten Risiko verbunden sind: Tauchen, Bergsteigen, Höhlenforschung oder die meisten Kampfsportarten sowie Sportarten, die Waffen, Flugzeuge oder Autos verwenden.

Video zur regelmäßigen ärztlichen Untersuchung des Sportlers
  

Üblicherweise zu Beginn der Saison im August/September stellt(e) man da schon bis zu 5 Atteste am Tage aus. Einmal hatte ich die halbe Fußballmannschaft des Dorfes  in meiner Samstag-Morgen-Sprechstunde, da am Nachmittag das erste Spiel  war und nur spielen durfte, wer das Attest hatte. Das erste Certificat médical musste ich als Praxisvertreter in einem Bergwerksvorort von Mülhausen ausstellen, für einen Patienten, der ausgerechnet Tauchen als Sport betrieb. Da ich von der Praxis der Atteste in Frankreich  nie vorher gehört hatte, vor allem nicht, dass sie eine reine Routineangelegenheit sind, war ich ziemlich vor den Kopf geschlagen. Was wusste ich schon, welche Spezialuntersuchungen es braucht, um Tauchtauglichkeit zu bescheinigen! Ich weiß nicht mehr, wie ich das Problem gelöst habe; ich glaube, der Patient versicherte mir, er tauche schon seit Jahren, immer mit Attest, worauf ich es nach gründlicher Untersuchung ausgestellt habe. Später habe ich erfahren, dass Tauchatteste eigentlich nur Sportmediziner ausstellen dürfen, d.h. Allgemeinmediziner mit sportmedizinischer Zusatzausbildung.

Glücklicherweise kann man auf Fortbildungen lernen, worauf es juristisch und medizinisch bei Attesten ankommt, nicht nur bei Sportattesten oder Attesten für die Schule, dass ein Kind krank ist und nicht zur Schule kommen kann. (Das sind die bei weitem häufigsten Fälle, aber Atteste nach einem tätlichen Angriff auf einen Patienten kommen auch vor).

Juristisch ist darauf zu achten, nur zu bescheinigen, was man gesehen oder untersucht hat. Angaben des Patienten oder Dritter sind als solche zu kennzeichnen z.B. "le patient déclare d'avoir été frappé au dos et à la tête. L'examen clinique montre …" (“Der Patient gibt an, auf den Rücken und auf den Kopf geschlagen worden zu sein. Die klinische Untersuchung zeigt ...”). Bemerkung: wird jemand tätlich angegriffen, so kann er nur dann Anzeige erstatten, wenn er zugleich ein “Certificat de coups et blessures” beibringt, auch dann, wenn er gar nicht verletzt wurde und das auch nicht behauptet, z.B. nach einer Rempelei oder einer folgenlosen Ohrfeige. Sonst nimmt die Polizei die Anzeige nicht entgegen).

 Musteratteste für so ziemlich alle Anlässe und die Regeln für deren Erstellung:
certifmed.fr/
Die Seite ist aus einer allgemeinmedizinischen Dissertation hervorgegangen. 

Ganz wichtig ist es, das Attest nur dem Betroffenen selber oder -bei Kindern und unter Betreuung bzw. Vormundschaft (Curatelle bzw. Tutelle) stehenden Erwachsenen- seinem gesetzlichen Vertreter auszuhändigen.

Wer den Patienten bereits kennt, z.B. sein Hausarzt ist, spart sich meistens die klinische Untersuchung, insbesondere dann, wenn der Patient den Sport schon längere Zeit betreibt.

Als Vertreter sollte man in jedem Fall  die Patientenakte einsehen und noch zusätzlich fragen, ob der Patient gesund sei, wie viel er wiege und wie groß er sei. Die Anzahl der Personen, die keine Waage zu Hause haben, ist kolossal! Man werfe einen Blick auf Haltung und Wirbelsäule sowie auf jene Gelenke, die durch den jeweiligen Sport besonders belastet werden.

Dann messe man  Puls und Blutdruck und höre das Herz ab und wer es ganz gut machen will, der lässt den Patienten  den “Test de Ruffier” machen: 30 Kniebeugen “Flexions” in 45 Sekunden, vorher (F0) und sofort (F1) sowie 2- 3 Minuten (F2) hinterher wird der Puls gemessen. Spaßeshalber kann man  die Übung mit dem Patienten zusammen machen. Der Indice de Ruffier ist dann (F0 + F1 + F2 - 200) / 10. Normalerweise <12, bei trainierten Leuten < 5, Leistungssportler haben um die 1.  Bei jungen und gesunden Leuten genügt das wirklich. Bei Personen über 40 nutze man die Gelegenheit, um ein  EKG zu schreiben, vor allem, wenn sie neu anfangen wollen, Sport zu betreiben. Im  Zweifel schickt man sie dann zum Kardiologen zwecks Ergometrie - dafür muss es aber einen soliden Grund geben, da es  Wochen dauert, einen Termin zu bekommen und die Leute bis dahin mit dem Beginn des Sports warten müssen -  sie sollen den guten Vorsatz, Sport zu treiben, ja nicht wieder aufgeben! 

  

Man kann natürlich diese Atteste von Hand erstellen - aber effizienter und professioneller ist es sicherlich, einen Vordruck zu verwenden, in dem man nur ausfüllt und ankreuzt. Arztpraxissoftware stellt solche Formulare zur Verfügung, man bekommt sie auch von Pharmavertretern - oder erstellt sie selber. Nachfolgend ein solches Formular, das die häufigsten Anlässe für Atteste explizit vorsieht.

 

 Certificat médical A 1

Das Attest zum Download hier (36 KB doc)  

Einige Kommentare:          

Das Attest ist für das Format DIN A5 gedacht. In den leeren Kasten links oben setzt ein Praxisvertreter den   Stempel des Kollegen, den er vertritt und streicht ihn  anschließend durch. Der eigene Stempel kommt auf die Unterschrift rechts unten.
M Mme Mlle  und enfant (Kind) dürften einsichtig sein. (Bemerkung: in Frankreich ist die Bezeichnung Mademoiselle für die unverheiratete Frau ohne  Einschränkung gebräuchlich, man kann das als Kompliment sehen)   “Adolescente” bzw “Adolescent” (Jugendlicher) ist hinzugefügt, da ein 14-Jähriger  nicht kein "Kind" mehr ist - aber eben doch nicht immer gleich   "Monsieur" = "Herr". Bei Adolescentes kreuze ich meist ab 16 Jahren Mlle an - eine der vielen kleinen Höflichkeitsformen, die einen irgendwie an die Galanterie der Ritterzeit erinnern können. 
Man wird Jugendlichen auch nicht wirklich gerecht, wenn man sie als Erwachsene ansieht und behandelt, obwohl sie es noch nicht sind. Jugendliche sind beispielsweise viel labiler und weniger belastbar als Erwachsene und es ist gut, sich daran auch durch eine eigene Rubrik zu erinnern.

Ich kreuze an "une absence de signe apparent",  “aucun signe cliniquement décelable” bzw. “est apparemment apte” um mich abzusichern – hellsehen kann ich nicht. Eigentlich müsste der Patient oder sein gesetzlicher Vertreter noch unten bei “remis en main propre” unterschreiben, aber das ist graue juristische Theorie.

  Yuna Kim Taufe B 1

 

 

 

 

Linum usitatissium A 1

Linum usitatissimum (Flachs)
Die Samen liefern Öl  und die Stängel Fasern zur Her- stellung u.a. von Kleidung.

 

Das Turiner Grabtuch, das die Spuren der Passion und der Auferstehung Jesu trägt, ist aus Flachs hergestellt.

Linum usitatissium C 1
Jesus Christus B 1

Optisch verstärkte Darstellung des Negativ- abdruckes eines mensch- lichen Gesichtes auf dem Turiner  Grabtuch.

 

Das dem Negativ  ent- sprechende Positivbild: Das Antlitz Jesu Christi.

Jesus Christus C 1
Hesemann A 1

Der Historiker Michael Hesemann  (oben links in Audienz beim sechzehnten Benedikt) beschreibt die  Untersuchungen am Turiner Grabtuch.

Hesemann Buch A 1

Das Turiner Grabtuch - das ist wie ein ärztliches Attest der Auferstehung Jesu Christi.
Aber Argumente, dass Leben und Botschaft Jesu im Neuen Testament keine Märchen und kein Nonsens  sind, gibt es noch viele weitere: begruendet-glauben.org

Yuna Kim Taufe A 2a

Yuna Stella Kim hat mit 19 Jahren Jesus Christus angenommen  und wurde durch die Taufe Kind Gottes.

Did YOU already hear the good message of Jesus Christ?