Informationen zum “Ärzteparadies Frankreich”

 Für Kollegen  in Deutschland:  eine Alternative

Für alle: Ideen zu einer Reform des Gesundheitswesens

 Ist etwas wichtiger als Freunde (pps) ?!?  Quoi de plus important que l’amitié (pps) ?!?

Praxisvertretungen laufen in Frankreich ganz anders ab als in Deutschland.

Zunächst einmal sind sie viel häufiger und informeller, besonders in der Allgemeinmedizin.
Im allgemeinen verbringt jeder junge französische Allgemeinmediziner nach dem Abschluss der Weiterbildungszeit vor der eigenen Niederlassung eine Zeit als Vertreter, remplaçant. Man verdient dabei gut und lernt viel. Einige verbringen Jahre als Vertreter, im Extremfall das ganze Leben. Nach Möglichkeit vertritt man immer dieselben 3- 4 Niedergelassenen und handelt mit ihnen die Termine zu Jahresbeginn oder einige Monate im voraus aus, meist für die Schulferien und einige Wochenenden, oft auch regelmäßig einen Tag pro Woche. Die meisten Vertretungen dauern ein oder zwei Wochen.

Schwierigkeiten bzgl. “Kassenzulassung” oder andere bürokratische Hemmnisse gibt es nicht. Man ist Mitglied der Ärztekammer, findet einen niedergelassenen Kollegen, der einen Vertreter braucht -für einen Tag, eine Woche, einen Monat, ein halbes Jahr (z.B. bei Mutterschaftsurlaub), einigt sich über die Konditionen und legt am vorgesehenen Tag los.  Nicht einmal ein Vertrag ist in der Realität obligatorisch, obwohl  man wenigstens bei der ersten Vertretung in einer neuen Praxis immer einen Vertrag erbitten und  erhalten sollte. Mehr dazu sowie ein Mustervertrag findet sich auf der Seite Vertrag .

Als Praxisvertreter lernt man den Beruf “niedergelassener Allgemeinmediziner” - lesen Sie meine Erfahrungen als Vertreter nach: Vertretungserlebnisse.

Der Vertrag ist nur ein Teil der Verwaltungsarbeit, die mit jeder freiberuflichen Tätigkeit einhergeht.
Diese Seite gibt eine Einführung in die Buchführung eines freiberuflichen Arztes.
Häusliche Pflege? Das übernehmen niedergelassene Krankenschwestern.
Blut-Urin-Stuhluntersuchungen? Geschieht durch niedergelassene Labormediziner.
 

Sie können in ganz Frankreich vertreten, es spielt keine Rolle, in welcher Ärztekammer (eine pro Département) Sie Mitglied sind. Wen das Fernwehr überkommt, kann also sich eine Vertretung in den Pyreneen oder auf Korsika suchen oder in der Vendée. Natürlich ist es auf Dauer angenehmer, im 50-km-Radius um die eigene Wohnung herum zu vertreten,  da man dann abends nach Hause kann.

 Direkt von der Internationalen Raumstation aus der Erdumlaufbahn: Sicht von der ISS auf die Erde.
 

Vier Kameras am europäischen Columbus - Labormodul der ISS beobachten unseren Planeten 24 Stunden am Tag.
"Columbus Eye – Live-Bilder von der ISS" der Universität Bonn stellt die faszinierenden Bilder als Lifestream bereit.
schwarzer Bildschirm = Nacht    grauer Bildschirm / Hinweis = Wechsel der Kameraperspektive oder Signalunterbrechung

columbuseye.uni-bonn.de 

 

Wenn der Vertrag unterzeichnet ist, und das Datum herangerückt, kommt der “Schichtwechsel” in der Arztpraxis ... Onkel Hausarzt fährt endlich in den ersehnten Jahresurlaub, Vetter Vertreter kommt an. Wie auf Station auch wird Übergabe gemacht.
Dabei geht es um medizinisches ... aber nur zum kleinsten Teil - vielleicht 5% der Übergabezeit: Patienten, die dem niedergelassenen Kollegen akute Probleme bereiten -z.B. eine unklare Infektion mit grenzwertiger Indikation zur Krankenhauseinweisung oder ein ausstehendes Laborresultat mit gravierenden Folgen für den Patienten- werden einem nur selten eigens ans Herz gelegn. Wahrscheinlich deswegen, da einmal die akuten, schweren Erkrankungen in der Allgemeinmedizin ohnehin selten sind, und zum anderen, weil in den Tagen vor dem Urlaub soviel wie möglich “gelöst” bzw. auf nach den Urlaub verschoben wurde.

Was bleibt, ist die Einführung in die neue Praxis, sofern man dort nicht schon einmal dort vertreten hat. Und das ist keine Kleinigkeit. Ich habe etwa 1 bis 1 1/2 Stunden Zeit um zu erfahren, wie der Computer und das Praxisprogramm funktioniert (das ist meist das schwierigste), wo was aufbewahrt wird, welcher Schlüssel was öffnet und so weiter und so fort.

Damit ich nichts vergesse -aus Schaden wird man klug !- habe ich mir eine eigene Checkliste erstellt, die ich Ihnen hier direkt aus der Praxis für die Praxis wiedergebe:
 

In einer fremden Praxis erfrage ich:

Die Öffnungszeiten - der Einfachheit halber bitte ich um ein Rezept, da stehen die im allgemeinen vollständig ‘drauf, zusammen mit Telephon, Fax und eMail der Praxis.

Der Computer: welche Passworte sind für welche Praxisprogramme vergeben, wie werden diese bedient?  Wo wird das Druckerpapier aufbewahrt? Kommen die Laborresultate per Rechner? Wie funktioniert die Télétransmission, sofern die Praxis an sie angeschlossen ist ? Wo wird die  “Carte Vitale” eingelesen (die französische Krankenversicherunskarte)?
Für das Privatleben: darf ich mit dem Praxiszugang ins Internet gehen? (Die Antwort ist immer “ja”, man fragt aus Höflichkeit).

Die Kasse: gibt es Wechselgeld “vor Ort”? Welchen Code hat das Lesegerät für Kreditkarten, so vorhanden?
Welches Bankkonto hat die Praxis wo (bei längeren Vertretungen bringe ich ganz gerne einen Teil der Einnahmen schon mal auf die Bank).

Ein Rundgang durch die Internationale Raumstation ISS
 

Die Verwaltung: Wie funktioniert der Anrufbeantworter? (Das ist alles andere als trivial - wenn irgend möglich lasse ich mir eine Bedienungsanleitung geben).
Wo sind die Reserve-Formulare gelagert: Ordonnances simples (mit Durchschlag) et sécurisées, ALD et ALD sécurisées, feuilles de soins, arrêts de travail, accidents de travail, bons de transport, certificats de décès.
Wo sind alte Patientenakten?
Name und Telefonnummer Reinmachefrau (oder anderer Schlüsselinhaber)
Telefonnummer des Praxisinhabers während des Urlaub.
Wo sind die Karten der Umgebung, so detailliert wie möglich (mit sämtlichen “lieux-dits”) sowie die Dorfpläne der umliegenden Ortschaften? (Auf einen Navi ist nicht unbedingt Verlass).

Die Dienste: an welchen Wochentagen und welchen Wochenenden habe ich Dienst?

Das Labor: Wer macht Blutabnahmen (die Praxis oder auch eine lokale Krankenschwester), wann und wo werden die Blutproben etc. abgeholt und von wem ? Wo ist das Material (Röhrchen, Nadeln etc.)?

Das Material: Wo steht das EKG-Gerät? Wo sind Otoskop und Ohrtrichter, unsterile Handschuhe, Babywaage, Personenwaage, Maßband? (Das sind die wichtigsten benötigten Utensilien)

Petite chirurgie”: Wo sind Tupfer, Desinfektionsmittel, sterile Handschuhe, Xylocain, Skalpell und Fäden, Zangen ?

Das Wohnhaus: Darf ich das Essen aus dem Kühl- und Eisschrank nehmen? Wo schlafe ich? Wo ist ein zweiter Schlüssel hinterlassen (Name und Telefonnummer - trage ich dann immer mit mir falls mir die Tür ins Schloss fällt)?


Ich übernehme folgende Formulare in meine Arzttasche

... und noch einmal in größerer Menge ins Auto:

-ordonnances normales (mit Durchschlag) und (wenige) sécurisées

-ordonnances ALD mit Stempel des niedergelassenen Kollegen

-feuilles de soins

-arrêt de travail mit Stempel

-bons de transport mit Stempel

-accident de travail mit Stempel

-certificat de décès mit Stempel (wenige)

Das klingt alles sehr umfangreich - aber glauben Sie mir, hier ist kein Punkt überflüssig.

 

Der Zusammenbau der Internationalen Raumstation ISS als Videoanimation
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

IRSS F 4

Ständige Präsenz der Menschheit im Weltall: Die Internationale Raumstation ISS im niedrigen Erdorbit (LEO, Low Earth Orbit.)

ISS Gerst C 1

Astronaut Dr. Alexander Gerst auf der ISS während der 6-monatigen “Blue-dot” Mission ab Mai 2014

Seine offizielle Homepage: http://alexandergerst.esa.int/

ISS Gerst B 1

“Astro-Alex” in einer Fernsehübertragung von der ISS

In der Aussichtskuppel der ISS

ISS Gerst E 1
ISS Gerst D 1

Heil aus dem Weltall zurück: Nach der Landung am 10. 11. 2014.
Im Hintergrund die Sojus-Kapsel, die den deutschen Raumfahrer zur ISS hin- und zurückbrachte.

Die private Homepage von Astronaut Dr. Gerst:  http://planet3.de/ .

Sojus Technikmus Speyer A 1

Eine Original-Sojusraumkapsel im Technikmuseum in Speyer

http://speyer.technik-museum.de/ Europas größte Raumfahrtausstellung

Blick ins Innere der Kapsel

Sojus Technikmus Speyer B 1