Informationen zum “Ärzteparadies Frankreich”

 Für Kollegen  in Deutschland:  eine Alternative

Für alle: Ideen zu einer Reform des Gesundheitswesens

 Ist etwas wichtiger als Freunde (pps) ?!?  Quoi de plus important que l’amitié (pps) ?!?

 Der Teil „dépenses“ = Ausgaben Ihrer Buchführung ist genauso aufgebaut wie der Teil „recettes“ = Einnahmen, er hat im Partie financière nur mehr Spalten, das ist alles - daher nimmt das Formular einen breiteren Raum ein und wird am günstigsten auf zwei DIN- A4- Seiten untergebracht, die sie als fertige Excel-Tabelle herunterladen können hier (15.6 KB xls) . Ich empfehle, die beiden Blätter auszudrucken und neben Sie zu legen, wenn Sie das nachfolgende studieren - aber Sie finden sie auch unten auf dieser Seite.

Links sind drei Spalten Partie banquaire, dann folgen zwei Spalten date und libellé ... und rechts eine ganze Reihe Spalten Partie financière.

Eine Ausgabe tragen Sie sowohl in die Partie banquaire als auch in die Partie financière ein, und natürlich Datum und Bezeichnung in date und libellé. Partie banquaire und Partie financière müssen stets gleich sein ... auch wenn man am Ende des Monates die Summen bildet!

Wirklich interessant sind nun die einzelnen Spalten der Partie financière - sie müssen wissen, welche Ausgabe sie überhaupt beruflich absetzen können und dann, in welche Spalte Sie sie eintragen. Die Spalten der Partie financière entsprechen genau den Spalten der Steuerklärung, die Sie als Freiberufler jeweils bis Ende April des folgenden Jahres für das vorhergehende Jahr ausfüllen und beim Centre des impôts des entreprises abgeben (Sie müssen sich also an diese Spaltenaufstellung halten).

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„Virements internes“ - „Geldverschiebungen” z.B. vom Bankkonto in die Kasse und umgekehrt.

„Prélèvement personnels“ -  was Sie für sich selber aus den beruflichen Einnahmen entnehmen.

„Fournitures“ meint Verbrauchsmaterial, z.B. ein spezielles Waschmittel für Ihren Arztkittel oder Batterien für Ihr Otoskop, Papierrollen für die Patientenliege, Putzmittel für den Boden der Praxis ...

„Pharmacie“ meint Medikamente, die Sie auf eigene Kosten ankaufen, um sie z.B. in Ihrer Arzttasche für Notfälle mitzuführen.

„Taxe professionnelle“ meint die Gewerbesteuer, die Sie entrichten müssen.

„Autres impôts“ sind alle anderen Steuern, denen Sie unterliegen, z.B. die Part déductible der CSG, das ist eine Art Sozialabgabe, die aber juristisch eine Steuer ist und daher als Steuer absetzbar, allerdings nicht vollständig (darum „Part déductible“, = absetzbarer Anteil). Sie wird - wie alle anderen Sozialabgaben - von der URSSAF eingezogen und ist als solche auf dem entsprechenden Bescheid angegeben. Achtung: Ihre persönliche Einkommenssteuer ist NICHT einzutragen, da sie nicht als berufliche Ausgabe absetzbar ist - auch nicht, wenn Sie sie von ihrem beruflichen Konto abheben lassen, das wird dann als „Prélèvement privé“ verbucht!

„Loyers Charges“... betrifft Sie schon al Praxisvertreter, auch wenn es widersinnig klingt (Sie arbeiten ja per Definition nicht zu Hause, sondern in der Praxis eines anderen). Sie können einen Raum Ihrer Wohnung als Büro deklarieren (dort darf, anders als in Deutschland, auch ein Bett neben dem Schreibtisch stehen) und dann den entsprechenden Anteil (Prozent der Fläche der gesamten Wohnungsfläche) der Miete, der Heizung, des Stroms als berufliche Ausgabe absetzen. Das lohnt sich! Für jeden Euro, den Sie absetzen, zahlen Sie als Faustregel 50 Cent weniger Steuern und Sozialabgaben, sie sparen also die Hälfte!

„Réparations Entretiens“ umfasst all das, was zu reparieren oder zu unterhalten ist ...z.B. Ihr Laptop, wenn Sie ihn bei Praxisvertretungen mit sich führen (das geht rasch ins Geld) oder die Lizenzgebühr für die Praxissoftware.

„Petit outillage“ sind alle Geräte und Utensilien, die einzeln nicht mehr als 500.- Euro kosten. Geräte, die mehr kosten, müssen Sie über mehrere Jahre abschreiben, dafür dient die letzte Spalte „Immobilisations“.

„Gaz eau électricité“ bezieht sich, wie es die Worte sagen, auf den Anteil von Gas - so Sie haben - Wasser und Strom, den sie anteilig für Ihr Büro in Ihrer Privatwohnung verbrauchen. Oder wenn Sie eine Praxis haben, auf den Verbrauch der Praxis.

„Honoraires rétrocédés“ sind Ausgaben, die Sie selber tätigen, wenn andere Leute für Sie arbeiten, die nicht Ihre Angestellten sind: die Kosten für die Association de gestion agréée mehr sind hier einzutragen oder für einen Buchhalter oder Steuerberater, auch für einen Anwalt.

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Daneben ist noch eine Spalte „Salaires”, d.h. Gehälter, die Sie abhängig Beschäftigten zahlen - haben Sie aber als Vertreter nicht. Als Niedergelassener haben Sie meist eine Putzfrau, deren Gehalt hier einzutragen ist. Brutto müssen Sie mit etwa 15.-Euro pro Stunde rechnen.

„Assurances“ sind alle beruflichen Versicherungen, in meinem Fall die Haftpflichtversicherung und Berufsunfähigkeitsversicherung.

„Frais de voiture“ soll im Prinzip die Kosten für Ihr Auto erfassen. Da gibt es nun aber zwei Möglichkeiten: entweder sie wählen die Option Frais réels - dann müssen Sie alle Ausgaben, die Sie beruflich - und nur diese - für Ihr Automobil tätigen, hier eintragen: Benzin, Wartung, Reparaturen, Neukauf. Da Sie in den allermeisten Fällen Ihr Auto auch privat nutzen, ist das aber schwer zu erfassen - wenn Sie volltanken, werden Sie nur in den seltensten Fällen den Tankinhalt nur beruflich leerfahren und damit ganz absetzen können, entsprechendes gilt für Wartung, Reparaturen und Neukauf. Diese Option Frais réels ist nur dann nutzbar, wenn Sie ein Auto haben, das Sie ausschließlich beruflich nutzen. Andernfalls wählen sie in der 2035 die Option „barême kilomètrique“: dazu notieren Sie in einem Fahrtenbuch jeden beruflich gefahrenen Kilometer, addieren das am Jahresende und setzen entsprechend der Größe Ihres Autos einen entsprechenden Betrag in der Steuererklärung ab - und diese Spalte „Frais de voiture“ bleibt leer.

„Autres frais déplacements“ ist interessanter: alle Kosten, die sie aufgrund beruflich bedingter Fahrten haben, tragen Sie hier ein: Mautgebühren, Hotel, Eisenbahn- U-Bahn- oder Straßenbahnfahrkarten, auch Essen im Restaurant, was auch immer.

„CPAM CAF CARMF” erfasst die Abgaben, die Sie für sich selber an die Krankenversicherung CPAM, die Sozialversicherung CAF und die ärztliche Rentenversicherung CARMF zahlen müssen. Die Abgaben an CPAM und CAF werden von der URSSAF eingezogen, die CARMF schickt Ihnen eigene Bescheide - und dieser Posten kostet richtig Geld.

„Congrès“ meint Kosten für Fortbildungsveranstaltungen aller Art, z.B. Teilnahmegebühren an einem Kongress.

„Frais de bureau“ sind Kosten für Stifte, Tinte, Papier und Tesafilm, Stempel und was auch immer Sie im Büro brauchen.

„Documentation“ meint alle Ausgaben für Fachliteratur, gedruckt oder auf Datenträgern: Bücher, Zeitschriften, CD-Rom- Kurse und Ihren Internetzugang setzen Sie auch hier ab, zumindest zum Teil.

„Poste et téléphone“ sind Ihre beruflichen Telephonate, Briefmarken, andere Postgebühren.

„Côtisations professionnelles et syndicales“ sind Beiträge die Ärztekammer, eventuelle Fachgesellschaften oder Ärztegewerkschaften (es gibt etwa ein halbes Dutzend, sie unterscheiden sich nach ihrer politischen Orientierung -mehr oder weniger links, aber nicht so sehr nach Ihren Forderungen) etc., denen Sie eventuell angehören.

„Divers“ ist alles andere ...

„Frais financiers“ sind zunächst einmal Kontogebühren - aber auch z.B. Zinsen für Kredite oder Kontoüberziehungen oder ganz einfach die Gebühren bei der Nutzung eines Kreditkartenlesegerätes.

„Immobilisations“ schließlich sind Abschreibungen größerer Anschaffungen wie eines EKG- Gerätes, die mehr als 500.- Euro gekostet haben und über mehrere Jahre abzusetzen sind, je nach Gerätetyp pro Jahr 10, 20 oder - für Computer, die als kurzlebiger definiert sind - auch 33% des Wertes. Sie müssen dafür noch ein eigenes „Registre des immobilisations“ führen, das Sie von Ihrer AGA erhalten.

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Unten: Die eigentliche Steuererklärung des Freiberuflers: Die Déclaration 2035 mit Annexes (Anhängen).

Diese Erklärung füllt man aus und reicht sie bei seiner AGA ein, die sie dann an das Finanzamt weiterleitet - und zugleich prüft, gegebenenfalls bekommt man von der AGA einen Brief, mit Bitte um Auskunft oder um Richtigstellung eines Fehlers, dann muss man eine 2035 rectificatif einreichen.

2035 A 1
2035 B 1

Unten: Die Anhänge zur 2035. Hier werden die einzelnen Ein- und Ausgaben eingetragen - die Buchhaltung hat sinnvollerweise exakt dieselben Kategorien wie sie hier auch verlangt werden. Das Ganze ist zwar immer noch kompliziert genug - aber man kann es nach einiger Einarbeitung selber schaffen, ohne Buchhalter oder gar Steuerberater. Die Zeit als Vertreter dient dazu, all dies zu erlernen.