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Eine Zusammenfassung und Inhaltsverzeichnis meiner Doktorarbeit sowie das Unterkapitel 4.5. über Hirnschädigungen bei Boxern

Die Arbeit steht hier als Download bereit (571 KB, pdf) oder im Online-Dissertationsverzeichnis der Ruhr-Universität-Bochum:   
http://hydra.ub.ruhr-uni-bochum.de/netahtml/HSS/Diss/LindemannWolfgangB/
 

Als Bonus
- das Unterkapitel 4.5. über Hirnschädigungen bei Boxern a mit weiterführenden Videos und Links versehen hier
-   in der endgültigen Arbeit nicht mehr enthaltene Kapitel  zum Download hier (322 KB, pdf)

Zusammenfassung

„Die Schizophrenien nach Schädel- Hirn- Trauma und deren neuropathophysiologische Mechanismen"

Problem: Wie ist fachlich und gutachterlich der Kausalzusammenhang zwischen einem Schädel-Hirn-Trauma (SHT) und einer späteren schizophrenen Psychose zu beurteilen ?

Methode: Literaturreview

Ergebnis: Ob eine schizophrene Psychose durch ein SHT verursacht werden kann, war historisch lange umstritten. Dabei spielen theoretische Konzepte eine große Rolle, wie die Unterscheidung der „endogenen“ oder „echten" von den „exogenen" oder „organischen“ bzw. „symptomatischen“ Psychosen. Diagnosesysteme wie die ICD-10 diagnostizieren auch heute nur beim Fehlen organischer Erkrankungen eine Schizophrenie. Da Krankheit stets organisch ist, ist diese Einschränkung, auf die Spitze getrieben, offenbar unhaltbar.

Die Literatur berichtet zahlreiche Kasuistiken einer schizophrenen Psychose nach einem leichten, mittelschweren oder schweren SHT. Der Ausbruch kann sofort nach dem SHT, nach einem Intervall mit Brückensymptomen oder nach einem symptomarmen Intervall sein.

Studien an großen Gruppen Schädel-Hirn-Verletzter finden eine Häufung von Schizophrenien und anderen psychotischen Erkrankungen, sofern der Beobachtungszeitraum lang genug ist (mindestens 5-10 Jahre).

Weder klinisch noch mit bildgebenden Verfahren lassen sich Lokalisationen angeben, deren Schädigung regelhaft von einer schizophrenen Psychose gefolgt wird, auch wenn Läsionen des temporalen und frontalen Cortex, der Basalganglien und des limbischen Systems das relativ größte Risiko haben und Schäden des sensomotorischen Kortex das geringste. Wahrscheinlich ist sind posthirntraumatische Schizophrenien meist vom paranoid-halluzinatorischen Typ.

Ein erheblicher Teil der „endogenen“ Schizophrenien geht mit frühen Hirnschäden einher, die während Schwangerschaft und Geburt erworben wurden und anstelle einer genetischen Belastung treten können.

Umgekehrt ist seit langem bekannt –und Grund der Einschränkung der ICD-10-, dass viele organische Erkrankungen wie Syphilis oder Hyperthyrioidie mit schizophrener Symptomatik einhergehen können.

Typische Folgen eines SHT sind freilich dementielle und Abbauzustände aller Art.

Diskussion: Ein SHT setzt neben der Läsion am Einwirkungsort im gesamten Gehirn verteilte Läsionen, die wegen ihrer Kleinheit meist mit bildgebenden Verfahren nicht darstellbar sind.

Pathophysiologisch können Störungen verschiedener Neurotransmittersysteme an verschiedenen Lokalisationen eine schizophrene Psychose hervorrufen; die weit verteilten kleinen Läsionen eines SHT können also an vielen Prädilektionsstellen wirksam werden.

Für die Anerkennung einer schizophrenen Psychose als Schädigungsfolge verlangt der Gesetzgeber einen geringeren Grad an Gewissheit als rein naturwissenschaftlich erforderlich wäre. Da dieser Gewissheitsgrad nach dem heutigen Kenntnisstand erreicht wird, kann eine schizophrene Psychose grundsätzlich als durch ein SHT verursacht anerkannt werden.

Das Inhaltsverzeichnis meiner Dissertation:

1.  Einführung         

 

2. Material und Methoden       

2.1.  Datenerfassung und Datenquellen     

2.2.. Darstellung und Verarbeitung der Ergebnisse    

2.3. Abkürzungsverwendung       

Was ist eine Schizophrenie? Eine Vorlesung von Prof. Dr. med. Gerhard Gründer
(Ordinarius für Psychiatrie in Aachen)

 

3.  Kasuistiken        

3.1. Leichtes Schädel-Hirn-Trauma     

3.1.1. Psychotische Exarzerbation unmittelbar nach dem Trauma 

3.1.2. Psychotische Exarzerbation nach einem symptomarmen Intervall 

3.1.3. Psychotische Exarzerbation nach einem symptomfreien Intervall 

3.2. Mittelschweres Schädel-Hirn-Trauma    

3.2.1. Psychotische Exarzerbation unmittelbar nach dem Trauma  

3.2.2. Psychotische Exarzerbation nach einem symptomarmen Intervall 

3.2.3. Psychotische Exarzerbation nach einem symptomfreien Intervall 

3.3. Schweres Schädel-Hirn-Trauma     

3.3.1. Psychotische Exarzerbation unmittelbar nach dem Trauma  

3.3.2. Psychotische Exarzerbation nach einem symptomarmen Intervall 

3.3.3. Psychotische Exarzerbation nach einem symptomfreien Intervall 

Herr Prof. Gründer stellt einen Patienten mit einer Schizophrenie vor:

 

4.  Schizophrenien und Schädel-Hirn-Trauma beim ausgereiften Gehirn 27

4.1. Hirnorganische Erkrankungen bei Schizophrenien   

4.1.1. Zusammenfassung und Diskussion     

4.2. Psychiatrische Erkrankungen nach Schädel-Hirn-Trauma  

4.2.1. Zusammenfassung und Diskussion     

4.3.  Schizophrenien nach Schädel-Hirn-Trauma    

4.3.1. Zusammenfassung und Diskussion     

4.4. Neuroradiologische Studien bei Schizophrenien nach Schädel-Hirn-Trauma

4.4.1.Zusammenfassung und Diskussion     

4.5. Repetitive Hirntraumata und Schizophrenien am Beispiel des Boxsportes    

4.5.1. Zusammenfassung und Diskussion            

 

5.  Schizophrenien und SHT beim unreifen Gehirn         

5.1. Schädel- Hirn- Traumata des unreifen Gehirns                      

5.1.1. Zusammenfassung und Diskussion          

5.2. Neuroradiologische Studien                    

5.2.1. Zusammenfassung und Diskussion                     

 

6. Zur Pathophysiologie der Schizophrenien                     

6.1. Zusammenfassung                                                                                           

 

7. Diskussion                      

7.1.  Zur Pathophysiologie des Schädel-Hirn-Traumas                    

7.2.  Zur Neuropathophysiologie der posthirntraumatischen Schizophrenien       

7.2.1. Stellungnahmen der Autoren                       

7.2.2. Zur Pathogenese der posthirntraumatischen Schizophrenien                   

 

8. Gutachterliche Beurteilung posthirntraumatischer Schizophrenien      

8.1. Juristische Grundbegriffe der Begutachtung         

8.2. Gutachterliche Beurteilung posthirntraumatischer Schizophrenien             

8.2.1. Stellungnahmen der Autoren                      

8.2.2. Gutachterliche Anerkennung einer Schizophrenie nach SHT                   

 

Literaturverzeichnis                         

 

Zusammenfassung              

    Was sind die typischen psychischen Folgen eines Schädel-Hirn-Traumas?

http://youtu.be/xevIKpL4Z_Y?list=PL-l9VItC9Gn3B41YP4L9yvqI8gWhvBhNs

(Vortrag von Prof. Dr. med. Günter K. Stalla am Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München)

 

Bonus zum Download (322 KB,  pdf )

In der endgültigen Arbeit nicht enthaltene Kapitel

4.6. Exkurs: Habituelle Schädel-Hirn-Erschütterungen bei Vertebraten       

4.6.1. Zusammenfassung und Diskussion                                                        

5. Schizophrenie und SHT beim unreifen Gehirn                                             

5.1. Unspezifische Traumata                                                                               

5.1.1. Zusammenfassung und Diskussion                                                      

5.2. Familien- und Zwillingsstudien                                                                 

5.2.1. Zusammenfassung und Diskussion                                                       

5.3. Neuroradiologische Studien                                                                         

5.3.1. Zusammenfassung und Diskussion                                                       

6. Kombinierte physische und psychische Traumata und Schizophrenie  

6.1. Zusammenfassung und Diskussion                                                                 

Literaturverzeichnis der im Bonus zitierten Arbeiten

Robert Koch Wollstein D 1

Weltklasseforschung in einer Landarztpraxis:
Die Geschichte von Robert H. Koch.

Niedergelasssen als Hausarzt  in einer kleinen Stadt in Westpreußen, begann er in einem Nebenraum seiner Praxis mikrobiologische Experimente, die ihn an die Spitze der medizinischen Forschung seiner Zeit führten - bis zum Nobelpreis für Medizin.
Sein Andenken lebt in dem nach ihm benannten Robert-Koch-Institut fort  www.rki.de

Robert_Koch Danzig_15_Pf_1939 A 1

General Prof. Dr. Robert H. Koch fand u.a. den Milzbrand- und den Tuberkelbazillus und wurde der Begründer der modernen Mikrobiologie - noch heute kennt jeder Labormediziner die 3 Koch’schen Postulate.

Unten: das Mikroskop, mit dem er seine ersten bahnbrechenden Entdeckungen machte.

Robert Koch Wollstein Zeiss Mikroskop 3479 A 1

Die Situation in der Medizininformatik heute ist vergleichbar mit der in der Mikrobiologie zur Zeit von Robert Koch, das ist am Ende des 19. Jahrhundertes:

Ein neues und wenig erforschtes Gebiet mit einem gewaltigen Potential zur Verbesserung der Behandlung von Patienten. Für Forschung in der Medizinischen Informatik sind materielle Mittel erforderlich, die heute so erschwinglich sind wie vor 150 Jahren ein Mikroskop, und dank der modernen Kommunikationsmittel, namentlich des Internets, stehen in jeder abgelegenen Landpraxis eine Universitätsbibliothek und andere Fachinformationsressourcen und Kommunikationsmöglichkeiten zur Verfügung.

Unten: LECRAT www.lecrat.fr, heute DIE vielfach ausgezeichnete französische Referenz-Website für die Verschreibung von Medikamenten in der Schwangerschaft: Entstanden durch die Initiative einer einzigen Ärztin, der Embryologin Dr. Elisabeth Elefant
Le Crat A 1

Oberlin A 1

Oben und rechts: Pastor Johann F. Oberlin oder in der französischen Version seines Namens Jean Frédéric Oberlin: um 1800 fast 60 Jahre Landpastor im Steintal in den Vogesen, etwa 60 km südwestlich von Straßburg, war er dort zugleich. was wir heute einen Entwicklungshelfer, Sozialreformer und Privatgelehrten nennen würden, der mit führenden Wissenschaftlern und Politikern seiner Zeit korrespondierte.

Das Steintal war eine der ärmsten Regionen des Elsass, bergig, mit schlechten Böden, kalten Wintern und kurzen Sommern, ohne Verkehrswege und mit einer Bevölkerung und Wirtschaft, die sich nie von den Folgen des 30-jährigen Krieges erholt hatte.

Pastor Oberlin verbesserte nicht nur die Landwirtschaft durch Einführung neuer, angepasster Gemüse- und Obstsorten, durch Unterrichtung der Bauern in Anbautechniken. Er gründete Schulen - deren Lehrpläne er selber entwarf, deren Lehrer er ebenso ausbildete oder ausbilden ließ wie Handwerker, Hebammen und Ärzte - richtete eine Leihbibliothek ein, ließ die Straßen sanieren und holte Industrieunternehmen ins Tal.

Sein eigentlicher wissenschaftlicher Beitrag liegt im Bereich der Pädagogik: mit einer begabten jungen Frau namens Louise Scheppler aus einem der Dörfer seines Sprengels gründete er die ersten Kindergärten der Welt; eine Einrichtung, die sich vom abgelegenen Steintal über ganz Westeuropa verbreitete.

Louise Scheppler

Louise Scheppler B 2

Das ehemalige Pfarrhaus von Waldersbach, in dem Pfarrer Johann F. Oberlin 59 Jahre lang wohnte und wirkte, ist heute als Museum seinem Andenken gewidmet musee-oberlin.com

Oberlin E 1.jgp
Oberlinmuseum Waldersbach A 2